Meine Freiheit soll mir niemand rauben

Traum und Wirklichkeit in ihrem letzen Lebensabschnitt, der lange und auch einsame Weg nach Jerusalem. “Meine Freiheit soll mir niemand rauben” ist der 3. Teil einer Else Lasker-Schüler Trilogie. (1.”Jeder Stern hat seine eigene Zeit”, 2.”Sieh in mein verwandertes Gesicht”)

Else Lasker-Schüler, geboren am 02.11.1869 in Elberfeld, gestorben am 22.11.1945 in Jerusalem.

Am 14.05.1948 wird der Staat Israel gegründet, ein Tag den sie sicher gerne erlebt hätte…
“…weil man das höchste irdische Ziel erreicht zu Land und zur See: Jerusalem. Von dort geht es nicht weiter, von dort führt der direkte Weg in den Himmel… An Kaktushecken vorbei und Steinen, überall Steine, Steine, die den angelangten Juden, erzählt man, bei ihrer Ankunft im Heiligen Lande vom Herzen gefallen sind …”
Über sich selbst sagt sie:

“In Elberfeld an der Wupper geboren, in Gedanken im Himmel, betreue ich die Stadt Theben und bin ihr Prinz Jussuf. Ich bin weder siebzehn noch siebenzig Jahre, habe keine Uhr und keine Zeit. Meine Bücher laufen so herum und werden einmal im Meer ertrinken. Geld habe ich einmal sehr viel und einmal gar keines. Früher habe ich es manchmal nicht geglaubt, jetzt aber weiß ich es: ich bin die Else Lasker- Schüler – leider.”

Die Poesie Else Lasker-Schülers ist eine Gegenwirklichkeit zur Waffe. Alles, was die Empfindsamkeit steigert, schwächt die Bereitschaft zur Brutalität.

Wäre mein Lächeln nicht versunken im Antlitz, ich würde es über ihr Grab hängen…(Else Lasker-Schüler in “Meine Mutter”)